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Marokko |
Einwohnerzahl (Weltrang): 30 113 000 (37)
Fläche (Weltrangplatz): 458 730 km² (54)
Hauptstadt: Rabat
Autokennzeichen: MA |
Marokko - Maroc - Marruecos
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Reiseberichte / Texte zu Marokko
kühne Tourismuspläne
der Norden
einzelne Orte in Marokko: Casablanca
Fes
Meknes
Rabat
Tanger
Volubilis
MAROKKOS KÜHNE PLÄNE
Im Rahmen der von König Mohamed VI proklamierten „Vision
2010“ wurde in Marokko ein ehrgeiziges Reformprogramm ins Leben gerufen, das dem
Tourismus als Lokomotive eines dauerhaften Wirtschaftswachstums starke
Priorität einräumt.
Marokko mit seiner
Mittelmeer- und der endlosen Atlantik- Küste, mit vielseitigen Landschaften –
Gebirgen, Flusstälern, Wüsten -, mit seinem reichen kulturellen Erbe, mit seinem
idealen Klima, mit der Nähe zu Europa, hat sein touristisches Potential bis
jetzt nur teilweise genutzt. Obwohl die Einreisen ausländischer Touristen von
1996 bis 2001 um 45 % zugenommen haben, waren es zuletzt insgesamt nicht einmal
2,5 Millionen. Das erklärte Ziel ist die Steigerung auf 10 Millionen innerhalb
der nächsten acht bis zehn Jahre.
Von seiner faszinierendsten
Seite zeigt sich Marokko in den vier Königsstädten Fes, Meknes, Rabat und
Marrakesch mit ihrer glanzvollen Geschichte. Ihre Kasbahs, Bazare, Moscheen
und maurischen Paläste sind ein einzigartiges Erlebnis. Nicht minder
besuchenswert sind das magische Tanger und das romantische Essaouira. Unvergesslich bleibt eine Fahrt durch den grünen Mittleren Atlas mit seinen Seen
und Wasserfällen (Ouzoud!), sowie durch den schroffen Hohen Atlas (bis 4165 m)
mit seinem gewaltigen Panorama und den kleinen Berberdörfern. Eine Landschaft
für die Sinne ist das Tal des Draa. Südlich des Hohen Atlas fährt man von
Ouarzazate nordwestlich zu rotbraun in der Sonne schimmernden Kasbahs,
ehemaligen Wehrburgen aus Lehm, Stroh und Holz, durch wilde Schluchten zu
blühenden Oasendörfern.
Das Potential für den
Massentourismus aber ist die lange Küste mit seinem Mittelmeerklima im Norden
und dem subtropischen im Süden. Hier soll die Bettenzahl der Hotels bis zum Jahr
2010 um 80 000 erhöht werden (Zur Zeit gibt es im ganzen Land nur 35 000). Sechs
neue Touristenzentren sind im Planungsstadium:
- Saidia – am Mittelmeer, nahe der algerischen Grenze, mit 15 000 Betten
- Khémis Sahel – 70 km südlich von
Tanger, mit 15 000 Betten
- El Haouzia – 5 km nördlich von El
Jadida, mit 8 500 Betten
- Mogador – 4 km südlich von
Essaouira, mit 7 900 Betten
- Taghazout – 14 km nördlich von
Agadir, mit 19 760 Betten
- Plage Blanche – westlich von
Guelmim, mit 26 000 Betten.
Das Pilotprojekt ist „Argan Bay“ in Taghazout bei Agadir. An einem 6 km langen feinen Strand, der jetzt noch den Fischern und einigen einheimischen Surfern
gehört, wird in mehreren Bauabschnitten auf einer Fläche von 685 ha ein Badeort
mit 35 Hotels entstehen, der – von internationalen Experten konzipiert – den
Bedürfnissen und Erwartungen der Urlaubsgäste von morgen gerecht werden soll.
Das interdisziplinäre Planungsteam hat dabei eng mit den wichtigsten
europäischen Veranstaltern zusammengearbeitet.
Es entstehen verschieden strukturierte Viertel mit jeweils eigener Identität
und Architektur für verschiedene Lebensstile: mal sportlich, dynamisch, mal
ruhig und zurückgezogen. Keines der 35 Hotels verschiedener Kategorien soll die
Höhe der 10 000 zu pflanzenden Palmen überragen. Es wird eine Kasbah geben,
Bazare, einen Yacht- und Fischerhafen, hängende Gärten, ein Amphitheater, einen
botanischen Garten, Themenparks, eine Drahtseilbahn, mehrere Golfplätze,
öffentliche Schwimmbäder, einen Aquapark, zahlreiche Wellness-Einrichtungen und
viel, viel Wasser: Die ganze Anlage wird von Salzwasserseen und Flüssen
durchzogen sein; einige Hotels sind sogar direkt in den See, die „Blaue Lagune“,
hineingebaut.
Das bestehende Fischerdorf bleibt erhalten, neue Wohnhäuser werden gebaut. Ein
Gebiet von 12 ha des in der Region beheimateten „Ibis Chauve“, eine vom
Aussterben bedrohte Löffelreiher-Art, wird zum Vogelschutzgebiet. Besondere
Pflege will man auch der „Arganie“ , einem Ölfrucht-Baum, angedeihen lassen, der
die Region von Agadir charakterisiert, und der dem Resort seinen Namen gegeben
hat.
Im Juli diese Jahres wurden die Planungen für das Projekt abgeschlossen. Mit der
Erschließung ist die zur „Dallah Al Baraka“-Gruppe gehörende Gesellschaft
„Palais des Roses International“ beauftragt. Im Oktober 2002 erfolgt die
Vorauswahl der nationalen und internationalen Investoren, die sich auf die
öffentliche Ausschreibung beworben haben. Mit dem Baubeginn der ersten Phase
wird für Oktober 2003 gerechnet, mit der Inbetriebnahme des ersten Hotels im
Juni 2006. Die ganze Anlage wird, wenn alles planmäßig verläuft, im Jahr 2012
fertiggestellt sein. Bis dahin wird viel für die Ausbildung ausreichenden
Fachpersonals getan werden, damit sich die Gäste im „Urlaubsparadies des dritten
Jahrtausends“ wohlfühlen können. Die Sonne scheint schon jetzt an 320 Tagen im
Jahr.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des
Rechteinhabers, © by Heiko Trurnit
2003
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